Sonntag, 6. Mai 2012

Bedeuten weniger Seiten bei einem Buch auch weniger Inhalt?

Immer öfter lese ich, dass jemand zögert, ein Buch mit geringer Seitenzahl zu kaufen. Ein solches Buch erweckt wohl den Anschein, auch weniger Inhalt zu haben. Aber ist das wirklich so?

Vergleich
Zu diesem Zweck vergleiche ich nun zwei Bücher, und zwar "Verhängnisvoll" von Kathy Felsing aus dem Sieben Verlag und "Dunkle Verführung" von Sherrilyn Kenyon, das bei Blanvalet erschienen ist.

Betrachtet man sich dieses Bild, so sieht man, dass "Verhängnisvoll" (linkes Buch) eindeutig schmaler ist als "Dunkle Verführung" (rechtes Buch).

Hier ein paar Eckdaten:

Verhängnisvoll
Tradepaperback mit 248 Seiten und einem 1,3 cm breiten Buchrücken

Dunkle Verführung
Taschenbuch mit 380 Seiten und einem 2,7 cm breiten Buchrücken

Ist somit der Umfang von "Verhängnisvoll" kleiner im Vergleich zu "Dunkle Verführung"? Schauen wir mal weiter.






Auf dem folgenden Bild seht Ihr nun im Hintergrund "Verhängnisvoll" und im Vordergrund "Dunkle Verführung".
 
Weitere Eckdaten:

Verhängnisvoll
Maße = 21,8 x 15,4 x 1,3 cm, Gewicht = 372 g

Dunkle Verführung
Maße = 18,6 x 12,4 x 2,7 cm, Gewicht = 343 g

"Verhängnisvoll" hat somit weniger Seiten als "Dunkle Verführung", aber ein wesentlich größeres Buchformat und mehr Gewicht. Die Stärke der einzelnen Blätter ist bei beiden Büchern ungefähr gleich, wobei sich die Seiten von "Verhängnisvoll" schön seidig anfühlen.




Und nun zum letzten Bild: "Verhängnisvoll" hat eine kleinere Schriftart als "Dunkle Verführung".

Fazit
Die Bücher aus dem Sieben Verlag haben im Vergleich zu anderen Taschenbüchern eine geringere Seitenzahl, dafür aber ein wesentlich größeres Buchformat und eine kleinere Schriftart. Die Seiten fühlen sich außerdem schön seidig an. Meiner Meinung nach kann die Seitenzahl zu Vergleichszwecken problemlos verdoppelt werden.

Somit bedeuten weniger Seiten NICHT immer auch weniger Inhalt!

Weitere Details
Beide Romane sind übrigens genial und unbedingt empfehlenswert. Hier geht es zu den Rezensionen:


Weitere Rezensionen zu Büchern aus dem Sieben Verlag oder dem Blanvalet Verlag findet Ihr unter den entsprechenden Labels bei "Rezensionen nach Verlag".

Erwähnenswert ist auch, dass der Sieben Verlag mit viel Erfolg noch neue, unbekannte und ausschließlich deutschsprachige Talente entdeckt, fördert und veröffentlicht. Vielleicht wollt Ihr ja mal einen Blick in den Gesamtkatalog des Verlages werfen.

Während bei anderen Verlagen die eBooks fast oder genauso viel wie die gedruckten Ausgaben kosten, liegen beim Sieben Verlag die eBooks preislich weit unter den entsprechenden, gedruckten Ausgaben und teilweise auch unter den eBook-Preisen anderer Verlage. Des Weiteren bietet der Sieben Verlag die eBooks auch in PDF-Format an, so dass man diese auch vom heimischen PC aus lesen kann, sollte man nicht über einen eBook Reader verfügen.

Kommentare:

Gwyneth hat gesagt…

Ja, das kommt wirklich auf den Verlag an. Beim Sieben Verlag ist das eine Frage der Kosten, da der Verlag ja recht klein ist und somit gerne mal mit den Seiten einspart. Verständlich. Ich muss ehrlich sagen: ich mags nicht so wirklich. Hab bei solchen Büchern immer das Gefühl beim lesen nicht vom Fleck zu kommen. :/

Im Gegensatz dazu nehme man zB einige Bücher von cbt, wie die Buch der Schatten Bücher - unter 300 Seiten und riesen Schrift. Tja.. die Seiten fliegen geradezu, aber viel Inhalt hatte man danach wirklich nicht (wurden ja auch gesplittet).

Für mich sind die ganz normalen Bücher mit durchschnittlicher Schriftgröße und durchschnittlichem Zeilenabstand immernoch die, die ich am liebsten lese. :) Da stimmt für mich Inhalt, Preis und auch Lesegefühl.

Liebe Grüße

BUCHimPULSe hat gesagt…

Das Gefühl, beim Lesen nicht vom Fleck zu kommen, habe ich Gott sei dank nicht.

Ich rechne aber auch die gelesenen Seiten immer in Buchanteile um, egal wieviel Seiten das Buch hat. Ich denke z.B. nicht, dass ich erst 50 Seiten (von z.B. 250 Seiten) gelesen habe, sondern dass ich bereits 1/5 des Buches gelesen habe oder bei 125 Seiten z.B. die Hälfte. Und was ich auch oft mache, ist beim Buchschnitt die gelesenen Seiten an die noch nicht gelesenen Seiten zu halten. Dann sieht man sogar optisch, wieviel man geschafft hat. :-)

Viele Grüße
Bianca

buchverliebt hat gesagt…

Wow. Danke für diesen tollen Post. Es drückt genau das aus was ich immer meinte.
Ich liebe die Bücher des Sieben Verlags und da sie was teurer sind als "normale" Taschenbücher wagt sich einfach der ein oder andere nicht ran. Aber gerade bei zB "Geliebte der Ewigkeit" hatte ich mit 328 Seiten des großen Formats des Sieben Verlags das Gefühl ich hätte mehr gelesen als nur ein Buch. Es ist einfach toll.

Dass es sich um deutsche Autoren handelt ist beim Sieben Verlag ein zusätzlicher Bonuspunkt. Wobei gerade Kathy Felsing echt super schreibt (Band 2 der GEN Blodds liebt noch auf meine SuB). Und auch sonst habe ich nur gute Erfahrungen mit dem Verlag gemacht. Die Bücher sind klasse und es lohnt sich hier auch mal etwas mehr zu zahlen. :)))

Liebe Grüße
Sarah

BUCHimPULSe hat gesagt…

328 Seiten? Wahnsinn, da hattest Du ja wirklich einiges vor Dir.

Heute habe ich "Schwur des Blutes" von Stephanie Madea beendet und nun geht es mit "Meeresblau" von Britta Strauß weiter. Bisher gefielen mir alle Bücher recht gut.

Anonym hat gesagt…

Vielleicht darf ich als Autorin aushelfen.
Ein durchschnittliches TB hat etwa 27 - 32 Zeilen pro Seite. Wobei 27 Zeilen eher bei Büchern vorkommen, die einen geringen Umfang haben, der Verlag aber trotzdem eine bestimmte Dicke haben möchte. Wahrscheinl. aus dem Grund, dass Bücher mit zu geringem Umfang nicht so gern gekauft werden. Eine Zeile eines TB hat etwa 55 - 60 Anschläge. Beim Sieben Verlag hat ein Buch gerne mal 36 - 42 Zeilen und 70 Anschläge pro Zeile. Beim Sieben Verlag wird das aus Kostenspargründen so gemacht. Und ich glaube, es hat auch etwas mit dem Digitaldruckverfahren zu tun, da viele Digitaldruckbücher etwas größer sind.
Wenn ihr euch jetzt also die Anschläge pro Seite ausrechnet und das mal die Seitenzahl nehmt, könnt ihr errechnen aus wie vielen Anschlägen/Zeichen das jeweilige Buch besteht. Dann seht ihr, ob die Sieben Bücher nicht vielleicht sogar umfangreicher sind. ;) Im Durchschnitt sind das etwa 300.000 - 400.000 Zeichen bei einem normalen Buch. Aber das wird dann natürlich eher ein Annäherungswert, weil es ja in jedem Buch auch gerne mal ein paar Leerzeilen gibt, z.B. wenn ein Kapitel endet.

LG N. Döhling

BUCHimPULSe hat gesagt…

Hallo Frau Döhling,

vielen lieben Dank für Ihren Kommentar, der sehr aufschlussreich war.

Sie verdeutlichen noch mal genauer, dass man nicht die Seitenzahl vergleichen sollte, sondern die Anzahl der Zeichen.

Viele Grüße
Bianca

Kommentar veröffentlichen